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Burgberg - vom "Knappendorf" zur "Erlebniswelt am Grünten"

Als imposanter "Wächter des Allgäus" ist er der wohl bekannteste Gipfel weit und breit. Das interessante historische "Innenleben" des 1738 hohen Grünten hingegen blieb bisher verborgen:

Seit dem Mittelalter bis weit ins 19. Jahrhundert hinein bauten hier Knappen über Tage das begehrte Eisenerz ab. Das wurde in den Hammer- oder Nagelschmieden der Umgebung zu Waffen, Werkzeug und Wagenrädern, Acker- und Küchengeräten verarbeitet. Die lange Geschichte des Burgberger Bergbaus soll nun ein Museum "zum Anfassen" erzählen, das in der Region seiensgleichen suchen dürfte. Schon in den nächsten Wochen startet auf einem 10 000 Quadratmeter großen Areal an der Grünten-Südseite der Bau eines "Knappendorfs", das die Geologie dieses prägnanten Bergs ebenso anschaulich präsentieren will wie das überlieferte Gewinnen, Aufbereiten, Verhütten und Verarbeiten von Eisenerz. Eine besondere Attraktion verspricht der Besuch von Schaugruben zu werden, den einzigen gut erhaltenen im ganzen Allgäu, die eine kleine Gruppe unermüdlich Hobby-Geologen und Historiker in jahrelanger, harter "Buddelarbeit" freigelegt und wieder erschlossen hat.

Eigenlöhner graben Erz
Die Eisengruben im "Wächter des Allgäus" tauchen in der Chronik zu erstem Mal 1471 auf, als Kaiser Friedrich III. den Grafen von Montfort-Rothenfels die Schürfrechte ("Bergregal") über ihre Besitzungen im Allgäu verlieh. Damit begann aber auch ein fast unendlicher Streit mit dem Bischof von Augsburg über die Nutzung. Der Zwist wurde erst 1565 damit beendet, dass der katholische Oberhirte die gesamten Besitzungen des Adligen rechts der Iller für 65458 Gulden kaufte. 1802 ging das Hochstift Augsburg dann an das Kurfürstentum Bayern über und die Burgberger Bergwerke wurden staatlich.

Der Eisengehalt der Grünten-Erze war jedoch relativ gering, sodass die Ausbeute bescheiden war – trotz hohem Brennstoff-Einsatz. Der Mangel an Brennholz war so groß, dass sogar das Sammeln von Ästen rationiert wurde. Existieren früher zum Verhütten des Erzes noch einige kleine Schmelzöfen an der Ostrach und in Blaichach, so wurde ihr Betrieb eingestellt, nachdem Ende des 16. Jahrhunderts an der Starzlach bei Sonthofen ein neues Hochofenwerk entstand. Dort wurde 1607 neben dem bereits bestehenden Hammerwerk auch noch ein Schmelzwerk errichtet – die Anfänge des späteren Hüttenwerks, im Volksmund "Schmitte" genannt. Neben Köhlern und Fuhrleuten gab der Bergbau am Grüntenauch 40 bis 50 in unmittelbarer Nähe wohnenden Bauern und Waldarbeitern ein Auskommen: Als "Eigenlöhner" konnten sie Konzession erwerben, "auf eigene Rechnung und Gefahr" Erz zu suchen und zu graben.

Allerdings war das Eisenerz aus dem Grünten wegen seines hohen Phosphorgehaltes hart und spröde, weshalb es bei Kälte leicht brach. Deshalb ging man schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts mehr und mehr dazu über, das Grünten-Erz nicht als Schmiede-, sondern als Gusseisen zu verwenden.

1859 wurde der Bergbau endgültig eingestellt, 1937 war das Grünten-Erz dann plötzlich erneut im Gespräch – die Gruben sollten für Rüstungszwecke reaktiviert werden, erwiesen sich aber letztendlich als nicht lohend.

Im Bergmanns-Häs´ durch Theresiengrube
Attraktiver Mittelpunkt des künftigen Museums-Programms wird sicherlich die Besichtigung der "Theresiengrube" sein, die zum Besucher-Bergwerk ertüchtigt worden ist. Ausgestattet mit Bergmanns-Häs´, Helmen und Lampen können die Besucher die sehr schmalen Schluchten unter sachkundiger Führungen erkunden und den "Andreas-Claudius-Tagebau" bestaunen. Später ist geplant, von einen (noch zu schaffenden) Plateau aus einen Blick in die interessante "Alte Annagrube"

zu werfen, deren Wände bis zu 30 Meter tief senkrecht abstürzen. Anfragen sind zu richtern:

Siehe auch die Wanderung von A.Vogler: Starzlachklamm - Alpe Topfen - Bergwerk Museumsdorf

Gemeinde Burgberg

Grüntenstraße 2
87545 Burgberg / Allgäu

Tel: 0 83 21/6 72 20

gaesteinformation@burgberg.de

Erzgruben - Erlebniswelt am Grünten

Allgäuer Natur- und Bergwerke GmbH
Grüntenstraße 2
87545 Burgberg

Telefon: 0 83 21 - 6 72 20

weiterführende Informationen zum Thema in "www.dein-allgaeu.de"
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zuletzt geändert: 28/08/2006