Geologie und Geschichte
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Die Flözerei
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Einleitung     Natur an der Frödisch

HTML2Geologie
Die Frödisch ist vom Typ her ein Gebirgswildbach unterhalb der Baumgrenze. Das gesamte Einzugsgebiet entfällt auf den geologischen Untergrund des Helvetikums (Drusbergmergel, Schrattenkalk, Grünsandstein, Seewerkalk und Arndener Mergel). Die westalpine Säntisdecke setzt sich über dem Rheintal im Frödischtal fort.


HTML2Geschichte

Die Ablagerungen warmer Meere vor ca, 100 Mio, Jahren am Ende des Erdmittelalters (Kreidezeit), bildeten die Grundlage der Gesteine. Gebirgsbildende Bewegungen der Erdkruste formten in Mio. von Jahren die heutigen Berge und Täler. Der Schub, der die Gesteine auffaltete, kam vom Süden.

Vor 10.000 Jahren ging die letzte der Eiszeiten zu Ende, die über einen Zeitraum von zwei Mio. Jahren große Spuren hinterlassen hatten. Im Höhepunkt der letzten Eiszeit reichte das Eis bis 1.600 m Höhe, knapp unter den Hohen Freschen. In der kurzen Nacheiszeit hat sich die Frödisch in nur 10.000 Jahren bis heute ca. 100 m eingetieft, d.s. l cm/ Jahr. Dabei entstanden die Öfen, eine der großartigsten Schluchten des Landes. Wegen der großen Steinschlaggefahr gibt es nicht einmal ein Fußweg dorthin.

Der Schwemmkegel der Frödisch bildete sich am Unterlauf, wo der Fluss nur noch wenig Gefälle hat, und besteht aus Schottern, die die Frödisch im Laufe der Zeit ins Tal hinausbefördert hatte. Früher nahm die Frödisch im Unterlaufeinen anderen Verlauf. Sie floss vom ehemaligen Holzplatz durch das Röthner Oberdorf und vereinigte sich in der Nähe des Röthner Fussballplatzes mit der Ratz.


Vor der Verbauung des heutigen Unterlaufes richteten Hochwasser immer wieder große Schäden an. Die größten Hochwässer der letzten zwei Jahrhunderte

o 9. August 1831 (Brücken und Stege wurden mitgerissen).

o In der Nacht vom 2. auf 3. August 1901 war ein verheerende Hochwasser. (Der Schaden allein in Röthis betrug 100.000 Kronen).

o 1910 waren Teile von Sulz und Röthis überflutet.

o 1954 wurde die Dafinser Brücke weggeschwemmt.


HTML2Nutzung der Frödisch früher und heute:

Die Holztrift im Frödischtal:

Das Frödischtal ist eines der waldreichsten Täler des Landes. Viktorsberg z.B hat mit 73 m2 den relativ größten Waldanteil unter den Vorarlberger Gemeinden. Da das Frödischtal unbesiedelt ist, wurde das Tal erst spät durch Güterwege erschlossen. So konnte früher das Holz nur durch das Wasser der Frödisch aus dem hinteren Tal herausbefördert werden.

Die Anfänge der Flözerei sind ungewiss, aber bereits schon 1714 wurde sie urkundlich erwähnt. 1825 errichteten die Gemeinden Sulz und Röthis im hinteren Frödischtal eine Talsperre, die sogenannte Wasserstube. Für ihren Bau waren gut 1835 Tagschichten notwendig. 1882 trat auch die Gemeinde Zwischenwasser der Triftkonkurrenz bei. Wenn Aussicht auf starke Wasserzuführ bestand (z. B. vor Gewittern, oder langandauernden Regenfällen), wurde das Klaustor (Schlagtor) geschlossen. In der kleinen Wasserstubenhütte konnten vier bis fünf Mann übernachten. Das Stubenschlagen (Öffnen des Schlagtores) erfolgte dann, wenn der Stubenhof vollkommen aufgestaut war. Durch mehrere kräftige Schläge mit der Schlagstange sprang das Schlagtor auf.

Die bis zu 2 m langen Holzklötze (Hauen) und die bis zu l m langen gespaltenen Holzklötze (Müseln), die talauswärts im Bachbett lagen, wurden von den gewaltigen Wassermassen mitgerissen (ca. 50.000 m3). Ab dem Schlagen der Wasserstube dauerte es eine Stunde, bis der Wasserschwall beim Rechen an der Wannenbrücke nach ca. 8 km ankam. Beim Wasserladen waren die Fallen immer so gestellt, dass das Holz in den Rechen abgetrieben wurde. Nach erfolgreicher Triftung mussten Arbeiter die nicht abgetriebenen Holzklötze "einlesen" und für die nächste Triftung besser ins Bachbett bringen.

Beim verheerenden Hochwasser im August 1901 wurde die Rechenanlage beschädigt und Holz im Werte von mehreren 1.000 Kronen Frutz- und Rheinabwärts zum Bodensee getrieben. Im Jahre 1971 wurde der Triftbetrieb endgültig eingestellt, denn der Holztransport mittels Seilbahn und der Ausbau der Güterwege machte die Holztrift unrentabel. 1997 wurde die Wasserstube, die durch Geröll und Schlamm schon fast zugeschüttet war, um 3,2 Mio. Schilling von der Wildbach- und Lawinenverbauung vorbildlich saniert. So konnte dieses historische Bauwerk (die einzige noch erhaltene Wasserstube des Landes) der Nachwelt erhalten bleiben.

Herr Wilhelm Kopf berichtet über die Flözerei im Frödischtal und erzählt von seiner langjährigen Erfahrung als Förster der Gemeinde Sulz: (30. November 1998)


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Letzte Überarbeitung 16. Februar 1999 M.H.