Sagen um Eglofs

Das Glockenbächle 
Die Schweine und die Glocke
Glockengeläut
Der unterirdische Gang nach Meckatz
Der unterirdische Gang nach Eglofs
Das Steigweible von Eglofs
Die Hexe von Eglofs
Der Geist von Haldenberg
Der versunkene Heuwagen


Das Glockenbächle
 

In grauer Vorzeit sollen die von Steinegaden einmal eine wüste Fasnacht gehalten haben. Plötzlich wurde ihnen um Mitternacht ihr Glöcklein durch die Luft davongetragen. 

Dort, wo es halbwegs zwischen Eglofs und Heimenkirch niederfiel und mit einem mächtigen Schlag im Boden versank, plätscherte noch lange Zeit hernach ein silberheller Quell. Das "Glockenbächle" hieß ihn der Volksmund. Und 
man sagt, es sei ein Jungbrunnen gewesen, an dem sich besonders die Hirten gütlich taten. Zu gewissen Zeiten, besonders im Totenmond, machten sie aber einen weiten Bogen um das Brünnlein, denn dann war der Klang der versunkenen Glocke zu hören, und wer den vernahm, der hatte sein  Sterbeglöcklein gehört. 
Q 1 
 

 
   

Die Schweine und die Glocke
 

 Ein Mädchen aus Röthenbach trieb täglich zwei Schweine aus, wobei es sich einmal im Walde in Richtung Eglofs verlief. Während das Kind weinte und jammerte, wühlten seine Schützlinge im Boden und grunzten vergnügt. Mit einem Mal gab es einen Ton, wie wenn auf Metall geschlagen würde. Die kleine Schweineliesel ging dem Klang nach und gewahrte die respektierliche Glocke, die von den Schweinen halb ausgegraben worden war. Das Mädchen eilte davon, um Leute zu holen, denn es wusste, dass man zu Röthenbach schon lange eine Glocke brauchte. Als aber die Röthenbacher mit Wagen und Seilen zur Stelle waren, um den Fund aufzuladen, war die Glocke bis auf den Glockenschwengel wieder verschwunden. Die Bewohner von Röthenbach haben sich deswegen allerlei Neckerei gefallen lassen müssen. Q 1 

Glockengeläut
 

Wer früher von Eglofs nach Heimenkirch ging, konnte zuweilen im Wald bezauberndes Glockengeläut hören. Man tat gut daran, diesem Glockenruf nicht nachzugehen, um nicht in die Irre zu geraten. Häufig sei ein kleines Weiblein gekommen und habe den auf die Glocke lauschenden Wanderer erst recht in den Wald geführt, so dass er stundenlang nicht mehr herausfand. Q 1 

Der unterirdische Gang nach Meckatz
 

Bei Syrgenstein, unweit von Eglofs, soll einst ein unterirdischer Gang in ziemlich gerader Richtung nach Meckatz geführt haben. Dieser Gang soll sich mehrmals saalartig erweitert haben. In diesen unterirdischen Räumen seien vor Zeiten die gottlosen Bewohner von Syrgenstein zusammengekommen, um heidnische Feste zu feiern. Sie taten das noch, als über der Erde in Kirchen und Kapellen schon Christus, der Gottessohn, verehrt wurde. 

Aus den erhaltenen Sagenbruchstücken kann man so viel entnehmen, dass es in jener Gegend einen leidenschaftlich geführten Endkampf zwischen Christus- und Wotansanhänger gegeben haben muss, in dessen Verlauf die Dämonen der Tiefe einem einsam stehenden Kirchlein den Boden entzogen, so dass es versank. Die in der Kirche zugrunde gehenden Beter aber lobten Gott auch im Elend ihres Unterganges. Noch lange läuteten aus der Tiefe die Glocken die Tageszeiten. Q 1 

Der unterirdische Gang nach Eglofs
 

Auch zwischen dem Schloß Syrgenstein und der 1661 urkundlich letztmals genannten Burg Eglofs soll ein unterirdischer Gang bestanden haben. Bei dessen Bau hätte auf beiden Seiten ein Stollen tief in die Erde getrieben und dann die Argen unterquert werden müssen, was technisch durchaus möglich gewesen wäre. Der Bau des unterirdischen Ganges von Syrgenstein bis zur Argen und deren Unterquerung wäre vermutlich Sache der Syrgensteiner, der des übrigen, bedeutend längeren Teils Aufgabe der Eglofser und "Taler" gewesen. Bis heute wurde jedoch kein Gang gefunden. Q 1 

Das Steigweible von Eglofs
 

Bei der Steige zwischen Eglofs und Isny ließ sich vor Zeiten oftmals ein sonderbares kleines, altes Weiblein blicken, das die Leute in Furcht versetzte. Man hieß es das Steigweible. Seinem Äußeren nach war es in altmodische Kleider gehüllt, hatte einen Schiehut auf und einen Armkratten (Armkorb). Gewöhnlich begleitete es die Wanderer eine Strecke weit, ohne ein Wort zu reden oder auf eine Frage zu antworten, und verschwand wieder. Oft auch stellte es sich vor die Fuhrwerke, dass die Rosse keinen Schritt mehr weiter wollten.- Den Leuten, die nach Maleichen gingen, stand es nicht selten im Weg , dass sie ihm ausweichen mussten. Wer nicht musste, ging deshalb nachts diesen Weg nicht. Manchmal sah man auch ein Licht an der Stelle, wo sich das Weiblein herumtrieb. 

Die Hexe von Eglofs
 

Der Hexenglaube grassierte vor Jahrhunderten ja in grauenhafter Weise und spukt heutzutage noch in vielen Köpfen. Eine Hexe lebte vor Zeiten auch in Eglofs. Wenn sie zu Mittag kochte und das Schmalzpfännle auf das Feuer gestellt hatte, holte sie während der Zeit, die das Schmalz zum Heißwerden brauchte, in Lindau Zwiebeln, um diese in das inzwischen heißgewordene Schmalz zu schneiden. Denn mit Hilfe des Bösen hatte sie die Macht, in wenigen Augenblicken an stundenweit entfernte Orte zu gelangen. Man hat diese Hexe später verbrannt. Q  2 

Der Geist von Haldenberg
 

Auf der Burgruine Haldenberg soll bisweilen nachts zwischen zwölf und ein Uhr "einer" auf einer Tanne sitzen und öfters niesen. Derjenige, der dies bemerkt, soll "Gesundheit "wünschen, dann passiert ihm von diesem Geist nichts. Q 2 

Der versunkene Heuwagen
 

Es war einmal im Sommer. Ein Fuhrmann fuhr nach Schwarzensee (bei Wangen) um "Schtreibe" (Streu) von der Wiese am Moor zu holen. Er fuhr langsam in der Nähe des Moors. Da begann der Wagen einzusinken. Er peitschte auf die Pferde ein, doch es half alles nichts. Der Wagen versank immer schneller. Dann schloss sich das Moor wieder über Mann, Ross und Wagen. Man sagte, dass noch lange ein Lichtlein leuchtete, wo sie versunken waren. (Von Johannes Johler, Kl. 6, Handwerks bei Wangen, der dies von seinem Vater erzählt bekam. Der wusste die schaurige Sage wieder von seinem Vater.) 


Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Wolfram Benz aus der:

Grund- und Hauptschule
Eglofs/Argenbühl
mit Werkrealschule
88260 Argenbühl-Eglofs
EisenharzerWeg 7
Tel. 07566-2511
ghs.eglofs@freenet.de
http://www.eglofs.rv.schule-bw.de


Zürück in's Dein Allgäu