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Viehscheid - die vierbeinige Sommerfrische in den Bergen







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Viehscheid Termine
2007 finden Sie
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Sie blicken gelassen aus sanften, braunen Augen. Stehen ruhig und fest mitten in der leuchtend bunten Alpwiese. Hinter ihnen ragen steile Grate und sanfte Bergrücken auf. Kein Heimatfilm - die Rede ist vom Sommerurlaub der vierbeinigen Stammgäste der Oberallgäuer und Kleinwalsertaler Senn- und Galtalpen.

Im Frühsommer beginnt für das Allgäuer Jungvieh und teilweise auch Milchvieh der Bergsommer. Sie ziehen mit ihren Hirten für etwa einhundert Tage in die Hochlagen der Allgäuer Berge. Kraftvolles Futter, frische Luft erwarten sie, eben vierbeinige Sommerfrische – aber nicht nur. Denn die Allgäuer Alpwirtschaft sichert und pflegt gleichzeitig eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft. Natur- und Landschaftspflege auf vier Beinen. Und Ruhe und Gelassenheit für jeden, der auf einer Wanderung oder Bergtour Bekanntschaft mit dem „Wappentier des Allgäus" macht. Die Hirtenarbeit hingegen, mutet nur auf den ersten Blick romantisch an. Neben der Sorge und Pflege der Tiere werden vielfach Butter und Käse in mühevoller Handarbeit hergestellt. Die Arbeitstage von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang sind lang und hart. Und mit dem Anspruch verbunden, alle anvertrauten Tiere im Herbst gesund und kräftig an ihre Eigentümer zurückzugeben. Dazu ziehen Hirte und Herde rechtzeitig bevor der erste Schnee in die Hochlagen einzieht, in der zweiten Septemberhälfte wieder hinab ins Tal. Es versteht sich fast von selbst, dass die mit Glocken- und Schellenklang Ankommenden dort gebührend gefeiert werden - beim Viehscheid!

Ist der Bergsommer gut und unfallfrei verlaufen, putzen die Hirten schon im Morgengrauen ihre Herden heraus. Das Leittier, mit einem aufwändigen Kopfschmuck aus Zweigen und Bergblumen geschmückt, führt die Herde als Kranzrind an, die auch mal zwei oder drei sein können.

Im Oberallgäu wird dieser Brauch eingehalten, in vielen anderen Gegenden wird im Regelfall die Herde aber immmer geschmückt, um dem Urlauber was fürs Auge bieten zu können.

Mit Schellen- und Glockengeläut kündigen sie schon von weitem ihre ungestüme Ankunft an. Im Tal, am Scheidplatz angekommen, werden die einzelnen Tiere von der Herde geschieden und ihren Besitzern übergeben. Anschließend bleibt genügend Zeit, um bei Blasmusik und einer Maß Bier auf die Gegebenheiten des Bergsommers anzustoßen. Über die Jahrzehnte haben sich die Allgäuer Viehscheide zu festen Veranstaltungshöhepunkten entwickelt. Im Verlauf von zwei Wochen feiert jeder Ort seinen Alpabtrieb. Mit unterschiedlich großen Herden, meist mit Festzelt und Heimatabend. Je nachdem mit einem Krämer- oder Viehmarkt. Und immer im besten "Gwand", der Lederhose und den bestickten Edelweißhosenträgern - aus Tradition

Seinen Ursprung hat der Allgäuer Viehscheid im Allemannischen. Bis 1000 n.Chr. kann die Tradition zurückverfolgt werden. In dieser Zeit wurde der erste Viehscheid im Raum Oberstdorf erwähnt. Schon damals trieben die Hirten das Jungvieh zu Tal.

Noch zu Beginn des 20.Jahrhunderts waren die Hirten unter sich. Erst nach dem zweiten Weltkkrieg wurde es zur grossen Attraktion. Viele Besucher sind inzwischen Touristen, die extra wegen diesem Ergeigniss in das Allgäu kommen.

Beim offiziellen Viehscheid sind aber nicht alle Alp Rinder zu sehen. Ca. 65% aller Rinder werden später heruntergetrieben, um dem grosen Trubel zu entgehen.

Während in anderen Regionen die Hirten und Bauern in Arbeitskleidung beim Abtrieb oftmals auftreten, legen die Allgäuer Wert auf "fesche Kleidung".Trachten gehören in der Region einfach zum Stil der Kultur dazu.

Im Oberbayern und Tirol wird der Viehscheid auch Almabtrieb genannt. Es wird aber nicht so gross gefeiert. Viele Bauern bleiben dort unter sich. Eine Tourismusattraktion gibt es da nicht. Die Landwirte holen ihr Vieh oft mit dem Hänger ab.


Oberallgäu Tourismus Service© 2003 Hindelanger Str. 35
87527 Sonthofen
Info- und Buchungshotline:
01805/98 78 00

weiterführende Informationen zum Thema in "www.dein-allgaeu.de"
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zuletzt geändert: 09/12/2008